Jahreshauptversammlung 2008
(des ehem. TV Bocholt)


TV und Phönix für Fusion

Ohne Gegenstimme stimmten sowohl die Mitglieder des TV Bocholt von 1867 e.V. als auch die des TV Phönix Bocholt auf den am Montag Abend (31.3.) durchgeführten Jahreshauptversammlungen für eine Verschmelzung beider Vereine. Damit erhalten die Vorstände den Auftrag, die Verschmelzungsverhandlungen weiterzuführung und im vierten Quartal dann bei einer außerordentlichen Versammlung endgültig festzurren zu lassen.

Unabhängig von möglichen Verlagerungsüberlegungen und -planungen wollen sowohl der TV Phönix Bocholt als auch der TV Bocholt von 1867 e.V. die Fusion beider Vereine in Angriff nehmen. Auch die Mitglieder bestätigten in den Jahreshauptversammlungen, die am vergangenen Montag 31.3.2008 stattfanden, diese Planungen.

Sowohl beim TV Bocholt mit 118 Ja-Stimmen und einer Enthaltung als auch beim TV Phönix Bocholt mit 68 Ja-Stimmen und ebenfalls nur einer Enthaltung gab es ein deutliches und klares Votum für die Fusionierung. "Mit diesem klaren Votum hatte ich nicht gerechnet," freute sich Jürgen Meiermann, 1. Vorsitzender des TV Bocholt, "ich hatte zwar eine relativ breiten Mehrheit erwartet, aber nicht in dieser Deutlichkeit". Wichtig seien die Erfahrungen gewesen, die beide Vereine im Rahmen der Kooperation beim Handball zur Handballspielvereinigung TV Bocholt / TV Phönix Bocholt seit 2005 schon gemacht hätten, "das hat sicherlich geholfen und gezeigt, dass es in partnerschaftlicher Weise möglich ist, derartige Verbindungen einzugehen".

"Wir haben 700 Jahre zu ehren", begann Meiermann die Jahreshauptversammlung des TV Bocholt und bedachte insgesamt 11 anwesenden Jubilare mit der entsprechenden Urkunde und einem Geschenk des Vereins. Helga Booms, Kurt Lambertz und Ludger Methling sind seit 25 Jahren dem Verein treu. Auf 40 Jahre bringen es Klemens Benning, Hans und Brigitte Enck, Reinhold Hüning und Ursula Schlattmann. Anita Vollert und Leo Arenhoevel sind seit 50 Jahren beim TVB. Hanni Giesler (95) wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft und Hubertine Kemming (85) ist bereits seit 75 Jahren dem TV Bocholt treu. Für besondere Leistungen wurden die Ü 40 Tennisteams im Damen- und Herrenbereich für den Stadtmeistertitel 2007 geehrt. 11:20 Minuten brauchte Ludger Schlütter von der Triathlonabteilung für die erste Teilnahme eines TVB-Triathleten beim Quelle Ironman Challenge 2007.

Meiermann präsentierte im weiteren einen ausgeglichenen Haushalt und berichtete auszugsweise aus den Abteilungen. "Ich will hier keinen hervorheben und weise deshalb darauf hin, dass in den nächsten Tagen die Berichte der Abteilungen im Internet unter www.tv-bocholt.de zu finden sein werden".

Anschließend trug er dann die Entwicklung und den neuesten Stand der möglichen Verlagerung des Vereinsgeländes vor. In der letzten JHV sei von der Versammlung angemerkt worden, möglichst auf dem Gelände zu verbleiben und nach Norden hin zu expandieren. "Das ist nicht mehr möglich," stellte Meiermann klar, "da die Flächen nicht zur Verfügung stehen, der Eigentümer Feldhaus erteilte den Überlegungen von Stadt und Verein eine Absage". Eine Verlagerung werde dem Verein durch die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten praktisch aufgezwungen, mit der Stadt liefen die Gespräche aber positiv und auch mit Stenern habe man gesprochen, "hinsichtlich der gemeinsamen Nutzung eines Vereinsheimes sind wir aber keinen gemeinsamen Nenner gekommen, da sind die Vorstellungen einfach zu unterschiedlich, alleine schon, was den zeitlichen Ablauf anbelangt", berichtete Meiermann weiter. Ein Kriterium seien auch finanzielle Gründe auf seiten des DJK Tus Stenern gewesen. "Es ist natürlich bedauerlich, wenn wir hier unseren Standort aufgeben müssen," so Meiermann weiter, "aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als gemeinsam mit der Stadt eine vernünftige Lösung herbeizuführen". Derzeit verfüge der TVB über eine Gesamtfläche von 26.000 m², "die neue Fläche am Hünting, die uns gemeinsam mit dem TV Phönix von der Stadt zugeteilt werden würde, beträgt 46.000 m²". "Unabhängig von einer Fusion, über die wir später noch sprechen," stellte Meierman klar, "würde die Stadt die Fläche beiden Vereinen zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stellen". Gemeinsam könne, und da sprach er sich ein weiteres Mal klar für die Fusion aus, man als großer Breitensportverein auch besser und mit mehr Gewicht auftreten. Fragen nach dem Verlauf der Trasse und einem möglichen Hallenbau begegnete Geschäftsführer Rainer Scheibner: "Hier an dieser Stelle können wir kein attraktives gemeinsames Sportangebot, das auf die Zukunft gerichtet ist anbieten," so Scheibner, "das geht nur am Hünting". Seinerzeit habe man schon die Errichtung eines Kindergarten verpasst, "eine zweite Chancen, die uns die Stadt bietet, sollten wir nicht verstreichen lassen", so Scheibner. Probleme hatten einige Vereinsmitglieder auch mit einer möglichen Vermischung mit dem Fußball. "Wir haben die Zusage der Stadt, auf der dann zu nutzenden Anlage immer das erste Zugriffsrecht zu haben", erklärte Scheibner, "sicherlich kann es - wie auch schon hier auf der jetzigen Anlage - Nutzungen von Schulen oder anderen Vereinen geben, sofern Freiraum besteht".

Sowohl die Kasse als auch der Vorstand wurden im Anschluss einstimmig entlastet und der Haushalt für das Jahr 2008 genehmigt.

Im Anschluss wurden dann die Fusionsabsichten noch einmal von Meiermann und Scheibner erläutert. Beide Vereine stünden vor den gleichen Problemstellungen was Sommer- und Winterangebot und Hallenkapazitäten anbelangt. Meiermann stellte noch einmal den bisherigen Ablauf der Gespräche dar. Alles habe mit der Gründung der Handballabteilung im Jahr 2002 begonnen, "schon bei den ersten Gesprächen mit der Stadt wurden wir mit der Hallenproblematik und fehlenden Hallenzeiten konfroniert", erinnerte sich Meiermann. Mit der Gründung der Handballspielvereinigung im Jahre 2005 habe man dann viele Synergieeffekte nutzen können, die man auch im Seniorenbereich, der ein Jahr später zusammengelegt wurde, hatte. Die geplante Fusion soll im Wege der Verschmelzung laufen, "dann müssen wir nicht beide Vereine auflösen und alles neu machen," erläuterte Meiermann, "sondern es bleibt für alle Mitglieder alles gleich, es gibt keine erneuten Beitrittserklärungen, die Jubiläumszeiten bleiben etc..". Zwei Vereine mit großer historischer Vergangenheit, mit nahezu gleichem Sportangebot, mit der fast gleichen Mitgliederstruktur, einem identischen Einzugsbereich und identischer Lage der Vereinsgelände, wollen fusionieren. "Und was das wichtigste eigentlich ist," betonte Meiermann, "es gibt keine Berührungsängste bei den Vereinsmitgliedern". "Es geht nicht um die Verlagerung oder den Bau einer 'Halle', sondern um die Nutzung der positiven Aspekte der Zusammenlegung," stellte Scheibner abschließend fest, "wir wollen die Zusammenlegung beider Vereine nutzen, als starker Breitensportverein für die gesamte Familie mit dann 2.500 Mitgliedern aufzutreten". Dem stimmte die Versammlung mit nur einer Enthaltung zu.

Stefan Bongert und Rolf Cremer wurden zu Kassenprüfern ernannt. Jutta Buchow und Sandra Mertens als Fachwart der Tanzgarde und Rita Köcher als Jugendwartin wurden ebenfalls einstimmig bestätigt.

Text und Bilder: Bruno Wansing
http://www.bocholt.de/seiten/bocholt/index.cfm?artikelblockNr=3104